Seit dieser Woche darf das Kreditkarteninstitut American Express keine weiteren Kreditkarten mehr in Italien ausgeben. So entschied die italienische Zentralbank Banca d’Italia, die erneut die Geschäftspraktiken des Instituts analysierte und scharfe Kritik übte.
Wucherzinsen verärgern nicht nur Kreditkarteninhaber
Nicht nur die fehlende Transparenz wurde seitens der italienischen Zentralbank bemängelt, sondern insbesondere auch die hohen Zinsen.
Die Bank bewertet die Gebühren von American Express als wahre „Wucherzinsen“. Denn die Zinsen werden nicht nur auf den beanspruchten Kreditbetrag angerechnet, sondern werden aus dem gesamten Kreditrahmen abgeleitet. Auf diese Weise würden die ohnehin schon beträchtlichen Zinsen zu wahren Wucherpreisen für Kreditkarteninhaber führen.
Darüber hinaus kritisierte die italienische Bankenaufsicht, dass die Kunden über den eingeräumten Kreditrahmen von American Express nicht ausreichend informiert worden wären. Auch die Führung des Kundenarchivs entspräche nicht den geltenden Bestimmungen – und verstoße damit gegen die Geldwäschevorschriften.
Keine Kreditkarten mehr von American Express in Italien
Fazit deshalb: American Express darf keine weiteren Kreditkarten in Italien mehr herausgeben. Das Verbot soll angeblich so lange in Kraft bleiben, bis sich das Kreditkarteninstitut den Auflagen der italienischen Zentralbank beuge. Die bislang ausgehändigten Kreditkarten von American Express besitzen jedoch auch weiterhin Gültigkeit.
Anlass für die Überprüfung des Kreditkarteninstituts waren zahlreiche Kundenbeschwerden, die die Banca d’Italia bereits im Jahr 2008 erreichten.
| < Zurück | Weiter > |
|---|


